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Cappellini

Land
Italien
Typ
Körperschaft
Funktionen
Produzent
Biografie
Die 1946 im norditalienischen Carugo von Enrico Cappellini gegründete kleine Werkstatt stellte zunächst traditionelle Möbel in handwerklicher Fertigung her, bevor sie sich den 1960er Jahren modernen Entwürfen zuwandte und ab Mitte der 1970er Jahre zunehmend zu serieller Produktion überging. Holz blieb zwar zunächst der wichtigste Werkstoff, doch begann sich das Unternehmen auch mit der Verarbeitung von Kunststoffen und Metall auseinanderzusetzen. Entscheidenden Einfluss nahm bald der Sohn des Firmengründers, der Architekt Giulio Cappellini. Er baute das Familienunternehmen systematisch aus und setzte dabei nicht nur auf einheimische Designer, sondern als einer der ersten Möbelproduzenten Italiens auf internationale Entwerfer aus England, Deutschland, Frankreich, Japan und den Niederlanden. 1987 gründete er zusammen mit Paola Navone und Rodolfo Dordoni die Tochterfirma Mondo mit dem Ziel, unter Rückgriff auf traditionelle Herstellungstechniken klassische Möbelentwürfe als Reeditionen auf den Markt zu bringen. So wurden einige der bereits ab den 1970er Jahren von Shiro Kuramata entworfenen, teils asymmetrischen Möbel, wie etwa die Furniture in Irregular Forms, neu aufgelegt. Auch Jasper Morrisons früher Tischentwurf Flower Pot (1984) und der ursprünglich als Einzelstück gefertigte Thinking Man’s Chair (1986) gingen in Serie. Morrison begleitete das Unternehmen mit seinen Entwürfen kontinuierlich weiter. Später sorgten dann Marc Newsons amorphe Kreationen wie die Liege Orgone Lounge (1991), der Wooden Chair (1992) und der Felt Chair (1993) für Aufsehen. Giulio Cappellini entdeckte und förderte viele Designer. Heute international bekannte Entwerfer wie Werner Aisslinger, Konstantin Grcic, Hella Jongerius, Ross Lovegrove und Jean-Marie Massaud realisierten für Cappellini ihre ersten bedeutenden Möbelentwürfe. Das Unternehmen Cappellini wurde 1996 um einen Bereich für Küchenausstattungen erweitert, weitere Submarken (etwa Progetto Oggetto für Wohnaccessoires und Lampen) folgten. Die Internationalisierung wurde ab 1998 mit Showrooms in aller Welt forciert. Auch für aufwändige Inszenierungen seiner Kollektionen, etwa in der Mailänder Zona Tortona, war das Unternehmen bekannt. Die Aufsehen erregende, aber auch riskante Expansionsstrategie verlangsamte sich kurzzeitig. Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten wurde Cappellini 2004 Teil der Poltrona Frau Group, die 2014 vom amerikanischen Haworth-Konzern übernommen wurde. Giulio Cappellini leitet die Firma seither als Art Director. http://www.cappellini.it, letzte Einsicht: 25.10.2014. http://www.poltronafraugroup.com, letzte Einsicht: 25.10.2014. Neumann, Claudia: Design Lexikon Italien, DuMont, Köln 1999.