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Cassina

Land
Italien
Typ
Körperschaft
Funktionen
Produzent
Biografie
Cesare und Umberto Cassina stammten aus einer Familie mit einer Tischlertradition, die mindestens bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht. In Meda, Italien, nördlich von Mailand, gründeten die beiden Brüder 1927 die Firma Cassina Amadeo. Zu Beginn fertigten sie mit kunsthandwerklichem Anspruch Stühle, Tische und zunehmend auch gepolsterte Sitzmöbel in historisierendem Stil. Aufträge der großen Geschäfte La Rinascente und Mobilificio di Fogliano führten ab Anfang der 1930er Jahre zur Erweiterung der Werkstätten, zum Übergang zu maschineller Produktion und zu ersten Entwürfen, die sich nicht mehr an vergangenen Epochen orientierten. 1935 wurde die Firma in Figli di Amadeo Cassina umbenannt. Die Entwicklung hin zur seriellen Produktion setzte sich nach dem Krieg mit Großaufträgen zur Ausstattung italienischer Passagierschiffe fort. Auch die Zusammenarbeit mit Gio Ponti, dem ersten künstlerischen Berater von Cassina, kam über Schiffseinrichtungen zustande. So lieferte Ponti Entwürfe für den Salon der Ersten Klasse des Luxusliners Andrea Doria die von Cassina umgesetzt wurden. In der Folge entwickelte Cassina mit Ponti etliche Sitzmöbel, darunter den Stuhl Superleggera, der der Firma internationale Anerkennung einbrachte. In den 1950er Jahren entwarfen unter anderen Franco Albini und Ico Parisi für Cassina, in den 1960er Jahren Afra und Tobia Scarpa, Vico Magistretti sowie Mario Bellini. Während der 1970er Jahre wagte man experimentelle Entwürfe wie das Konzept-Auto Kar-a-sutra von Mario Bellini. Mit dem AEO-Sessel von Paolo Deganello, dem Sessel I Feltri von Gaetano Pesce und den Stuhlobjekten von Alessandro Mendini unterstützte Cassina die Suche nach neuen Wegen abseits des Mainstreams. Neben der Herstellung aktueller Möbelentwürfe und der Beteiligung an Unternehmensgründungen wie C&B Italia begann Cassina ab 1964 als eines der ersten Möbelunternehmen mit der Reedition moderner Möbelklassiker. In der Produktlinie I Maestri werden seither Entwürfe von Le Corbusier, Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand neu aufgelegt; mit Modellen von Erik Gunnar Asplund, Gerrit Rietveld, Charles Rennie Mackintosh, Frank Lloyd Wright und anderen wächst diese historische Kollektion stetig. In letzter Zeit entwarfen neben vielen anderen Konstantin Grcic, Patrick Norguet, Zaha Hadid und Philippe Starck für Cassina. Parallel zur Herstellung der Wohnmöbel entwickelt und liefert Cassina bis heute ganze Einrichtungen für Ladengeschäfte, Restaurants und Hotels. 1989 wurde Cassina Teil der Steelcase Gruppe und später an die Fimalac Gruppe verkauft. Seit 2005 gehört Cassina zur Poltrona Frau Group, die 2014 vom amerikanischen Haworth-Konzern übernommen wurde.