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Fauteuil 300 / Monobloc
Henry Massonnet
Mit dem Entwurf des Fauteuil 300 entwickelte der französische Ingenieur und Unternehmer Henry Massonnet ein Design, das stilprägend für alle Stühle eines gewissen Typs werden sollte: den preiswerten Monobloc(k), der in einem Stück und einem Arbeitsgang aus Polypropylen spritzgegossen wird. Massonnet verfolgte das Ziel, einen leichten, stapelbaren, witterungsbeständigen, strapazierfähigen und kostengünstigen Stuhl aus Vollkunststoff zu produzieren. Hergestellt wurde das Modell in Massonnets Unternehmen STAMP. Typologisch lässt sich das Design bis zu den Stahlblech-Stühlen von Joseph Mathieu aus den 1920er Jahren zurückverfolgen, welche bereits die typischen invertierten Beine aufwiesen. Ein anderer Vorläufer ist der von Helmut Bätzner entworfene, Bofinger-Stuhl von 1966, der in der Herstellung jedoch aufwändiger war.
Der Fauteuil 300 wurde zunächst kein Erfolg: Der erste Monobloc traf auf die Ölkrise. Hatten Kunststoffmöbel zuvor Zukunft verheißen, so fiel dem Material nun wegen der gestiegenen Rohstoffpreise, aber auch aufgrund des sich etablierenden ökologischen Bewusstseins ein negatives Image zu. Anfang der 1980er Jahre gelang auch anderen Kunststoffverarbeitern der Polypropylen-Spritzguss von Stühlen und der Markt explodierte. Vierzig Jahre nach Erscheinen des Fauteuil 300 trifft man den „Weltstuhl“ Monobloc nun in Galerien ebenso wie in Kleingärten, kambodschanischen Cafés oder vor der Klagemauer in Jerusalem an. Er ist das am weitesten verbreitete Möbelstück unserer Zeit.
Text: Jens Thiel
Titel
Fauteuil 300 / Monobloc
Designer
Entwurf
1972
Herstellung
1988
Hersteller
Material / Technik
Polypropylen
Maße
72,5 x 53,4 x 59 cm
Inventarnummer
SFR-1019
Kategorie
Schlagwörter
Creditline
Vitra Design Museum
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