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Plia
Giancarlo Piretti
Der Klappstuhl Plia ist das wichtigste und bekannteste Werk des italienischen Designers Giancarlo Piretti. Während der Entwicklung von 1967 bis 1969 legte Piretti einen besonderen Schwerpunkt auf den Klappmechanismus. Statt wie üblich mit sechs Gelenken zu arbeiten, konzentrierte er den gesamten Mechanismus auf zwei Gelenke. Die in je drei Segmente unterteilten Aluminium-Gelenke integrieren das gesamte, aus abgeflachten Stahlrohren bestehende Tragwerk des Stuhls. Das innerste Segment ist in den Rahmen für den Sitz eingebunden, das U-förmige Stahlrohr der Hinterbeine endet im mittleren Segment, Vorderbeine und Rückenlehne verlaufen durch das äußere Gelenksegment. Da sich Sitzfläche und Hinterbeine beim Zusammenklappen exakt in den äußeren Rahmen einpassen, ist der Stuhl in diesem Zustand extrem flach. Mehrere Stühle lassen sich in ausgeklappten Zustand auch ineinanderstapeln. Sitzfläche und Lehne, die vom verchromten Stahlrohrrahmen eingefasst sind, bestehen aus transparentem Cellidor. Die in diese Kunststoffflächen eingeprägten runden (Sitzfläche) bzw. halbrunden (Lehne) Vertiefungen dienen dem Sitzkomfort und steigern zugleich den visuellen Reiz des Stuhles. 1969 wurde Plia auf der Mailänder Möbelmesse präsentiert, 1972 war er in der Ausstellung "Italy: The New Domestic Landscape" des MoMA in New York zu sehen und wurde im Folgejahr in Deutschland mit dem Preis Gute Form des Rats für Formgebung ausgezeichnet. Das extrem populäre Modell wurde zwischen 1969 und 2003 mehr als sieben Millionen Mal verkauft.
Text: Mathias Remmele
Titel
Plia
Designer
Entwurf
1967–1969
Herstellung
zwischen 1969 und ca. 1980
Hersteller
Material / Technik
Stahlrohr, verchromt / Druckguss-Aluminium / Celluloseacetobutyrat (Cellidor)
Maße
75 x 47 x 49,5 cm
Inventarnummer
MIT-1052-2
Kategorie
Schlagwörter
Creditline
Vitra Design Museum
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