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ohne Titel / Windsor-Stuhl

unbekannter Designer / designer unknown
Die genauen Ursprünge des Windsor-Stuhl genannten Möbeltyps liegen im Dunkeln. Die Bezeichnung taucht erstmals 1724 in Großbritannien auf und bezieht sich auf Sitzmöbel aus Buckinghamshire, wo sich um die Stadt High Wycombe ein Zentrum der englischen Möbelherstellung gebildet hatte. Namensgebend für die Stühle war womöglich das nahe gelegene Städtchen Windsor, von wo aus die Stühle über die Themse nach London verschifft worden sein sollen. Über englische Einwanderer kamen Windsor-Stühle bereits in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts nach Amerika. Schnell bildete sich hier eine eigenständige, regional differenzierte Windsor-Stuhl-Produktion heraus, die zum Teil bis heute Bestand hat. Gemeinsames Merkmal der Windsor-Stühle, von denen im Lauf der Zeit unzählige Varianten entwickelt wurden, ist eine aus massivem Holz gefertigte, meist sattelartig modellierte Sitzfläche, in die sowohl die Stuhlbeine als auch die – in der Regel aus gedrehten Holzstäben bestehende – Rückenlehne eingesteckt sind. Der Stuhltyp zeichnet sich durch eine einfache und materialsparende Konstruktion aus, für die es keiner besonderen handwerklichen Fähigkeiten und relativ weniger Werkzeuge bedarf. Es handelt sich also um einen preiswerten Stuhl, der Leichtigkeit mit großer Stabilität verbindet. Bis heute erfreut er sich großer Beliebtheit und hat weltweite Verbreitung gefunden. Der Windsor-Stuhl kann daher als einer der erfolg- und folgenreichsten Stuhltypen der Möbelgeschichte bezeichnet werden. Text: Mathias Remmele
Titel
ohne Titel / Windsor-Stuhl
Designer
Entwurf
unbekannt (vermutl. 18. Jahrhundert)
Herstellung
zwischen ca. 1800 und 1850
Hersteller
Material / Technik
Eibe, gebogen / Rüster, gedrechselt
Maße
92 x 50,5 x 57,5 cm
Inventarnummer
MBG-1005-1
Kategorie
Schlagwörter
Creditline
Vitra Design Museum