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Nr. 3317 / Das Ei

Arne Jacobsen
Von 1955 bis 1960 arbeitete Arne Jacobsen erstmals mit dem neuen Material Kunststoff: Im Zuge der Gestaltung des SAS Royal Hotel in Kopenhagen entstanden zwei organisch geformte Sessel – das Ei und der Schwan. Die Sitzschale des Eis besteht aus einem Stück spritzgegossenen Polystyrens mit Schaumstoffpolsterung und einem Leder- oder Stoffbezug. Während die Konstruktion gewöhnlicher Stühle den menschlichen Körper mit dem Boden in Beziehung setzt, ist die Sitzfläche des Eis allein auf den menschlichen Körper bezogen, den sie vollständig umfängt, wobei der Säulenfuß regelrecht aus dem Boden „schießt“ und der Eindruck entsteht, als schwebe die Sitzschale im Raum. Im November 1958 wurden die Möbel für das SAS Royal Hotel, darunter auch das Ei, in der Ausstellung "Formes Scandinaves" im Musée des Arts décoratifs in Paris präsentiert. In dem im Juli 1960 eröffneten Hotel wurde das Ei vor allem in der Eingangshalle benutzt, wo seine Eigenschaften optimal zur Geltung kamen: Der Sessel bietet der sitzenden Person Schutz, ermöglicht aber auch die Hinwendung zur Umgebung, da er sich in jede Richtung drehen lässt. Mehrere Sessel um einen runden Tisch herum gruppiert bilden einen Raum im Raum. So betrachtet, ist das Ei nicht nur ein Sitzmöbel, sondern ein Instrument der sozialen Interaktion. Text: Carsten Thau / Kjeld Vindum
Titel
Nr. 3317 / Das Ei
Designer
Entwurf
1957/58
Herstellung
zwischen 1963 und 1975
Hersteller
Material / Technik
spritzgegossener Polystyrolschaum (EPS) oder glasfaserverstärktes Polyurethan / Schaumstoffpolsterung / Lederbezug / Aluminium
Maße
106,0 x 88,5 x 78,5 cm ; Hocker: 43 x 54,5 x 40 cm
Inventarnummer
MSK-1010-2
Kategorie
Schlagwörter
Creditline
Vitra Design Museum