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Nr. 715/F
Gustav Siegel
Kurz vor der Jahrhundertwende begann die Bugholz-Firma J. & J. Kohn ihre Kooperation mit Wiener Architekten, darunter auch Gustav Siegel, einem Schüler Josef Hoffmanns. Das für die Pariser Weltausstellung 1900 entworfene Modell Nr. 715/F sollte Siegels größter Erfolg werden und die Formensprache zukünftiger Architektenmöbel entscheidend prägen.
Das Modell ist der erste Bugholz-Fauteuil, dessen Vorderbeine, Armlehnen und Rückenlehne beziehungsweise Hinterbeine und Rückenlehne aus jeweils einem Bugholz-Element gebildet werden; ein drittes formt die Sitzfläche. Dadurch und durch zusätzliche Streben wird das Wackeln der Beine gänzlich verhindert. Seine Solidität erhält das Möbel darüber hinaus durch die Verwendung eckiger Bughölzer – das ist neu und wird zu einem Markenzeichen der Architektenmöbel. Das eckige ersetzt das runde Bugholz, das mittlerweile als Material der Vergangenheit gilt, und lässt das Möbel wie getischlert erscheinen. Fußmanschetten aus Messing und der Lederbezug nobilitieren den Stuhl zusätzlich.
Text: Anne-Katrin Rossberg
Titel
Nr. 715/F
Designer
Entwurf
1899
Hersteller
Material / Technik
Buche, gebogen, braun gebeizt / Lederbezug
Maße
75,2 x 54,4 x 54 cm
Inventarnummer
MBG-1022
Kategorie
Schlagwörter
Creditline
Vitra Design Museum
