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Vodöl

Coop Himmelb(l)au
Die österreichische Architektengruppe Coop Himmelb(l)au zählt zu den sogenannten Dekonstruktivisten, einer stilistischen Strömung, die in Auseinandersetzung mit dem Funktionalismus eine Zersplitterung des Baukörpers und eine Neuordnung seiner Bestandteile in ungewohnte Gliederungsstrukturen verfolgt. Mit dem Sessel Vodöl setzte sich Coop Himmelb(l)au erstmals auf der Ebene des Möbeldesigns mit den klassischen Formen der Moderne auseinander. Ausgangspunkt ihres Entwurfs war der 1928 von Le Corbusier, Pierre Jeanneret und Charlotte Perriand entworfene Fauteuil grand confort. Während dort ein symmetrisches Stahlrohrgestell rechteckige, aufeinandergestapelte Polsterkissen exakt umschließt, wird beim Vodöl das gesamte Volumen des Möbels von einem stählernen Doppel-T-Träger, ein Zitat aus der Architektur Ludwig Mies van der Rohes, scheinbar aus den Angeln gehoben und in Schräglage versetzt. Die Polster wirken verkantet und das umgebende Stahlrohr wie eine Briefklammer aufgebogen. So lässt sich kaum erkennen, ob man aufrecht und bequem in dem Sessel sitzen kann. Unter dem Sitz angebrachte Stahlfedern lassen ihn leicht schwingen und vermitteln einen unerwartet behaglichen Komfort. Mit der Namensgebung, die sich auf das Vorbild bezieht, französisch „Fauteuil“ aber in Wiener Dialekt ausschreibt, sowie der Farbe, die sie dem Lederbezug gaben, drückt Coop Himmelb(l)au dem Sessel einen eigenen, unverkennbar subversiven Stempel auf. Text: Vitra Design Museum
Titel
Vodöl
Designer
Entwurf
1988
Herstellung
1992
Hersteller
Material / Technik
Doppel-T-Stahlträger, lackiert / Edelstahlrohr und -keil, gebürstet / Schaumstoffpolsterung / Lederbezug
Maße
82,0 x 197,0 x 90,0 cm
Inventarnummer
MAT-1005-1
Kategorie
Schlagwörter
Creditline
Vitra Design Museum