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A 63 F
Josef Frank
Der Wiener Architekt Josef Frank hatte ein besonderes Interesse an Wohnkultur und Möbeldesign. Für seine 1925 gegründete Wiener Einrichtungsfirma Haus & Garten und das Stockholmer Unternehmen Svenskt Tenn lieferte er Möbel und Stoffentwürfe. Darüber hinaus war er Mitglied von CIAM und Werkbund. Er baute 1927 in der Werkbundsiedlung Stuttgart-Weißenhof und plante 1932 die Wiener Werkbundsiedlung.
Der Sessel mit der Modellnummer A 63 F gehört zu einer Gruppe von Bugholzstühlen, die er um 1929 für Thonet entwarf. Für diesen Sessel verwendete er die für Bugholzstühle traditionellen Rundstäbe aus massiv gebogenem Buchenholz. Ein gebogener Stab bildet die Hinterbeine und den Rahmen der Rückenlehne, zwei weitere die beiden Vorderbeine und die Armlehnen. Die Rückenlehne wird durch vertikal stehende, dünne Stäbe gebildet – eine Gestaltungsweise, die an den traditionellen englischen Windsor-Stuhl erinnert.
Die von Josef Frank für Thonet entworfenen Sitzmöbel waren, ihrer Funktion nach betrachtet, in erster Linie für den Wohnbereich bestimmt. Dies zeigt zum einen die auffallend niedrige Sitzfläche des Modells A 63 F, die an Polstersessel denken lässt. Zum anderen wurden die Modelle mit Lackierungen in unterschiedlichen Farben angeboten. Die Orange- und Grüntöne harmonieren mit von Frank entworfenen bunten Möbelstoffen. Dies entspricht seiner Vorstellung vom modernen Wohnraum als flexiblem, privatem Ambiente, das vom Bewohner mitgestaltet und verändert werden kann. Mit dieser Haltung unterschied sich Frank, der auch Stahlrohrmöbeln gegenüber kritisch war, deutlich vom Dogmatismus der Internationalen Moderne.
Text: Eva B. Ottillinger
Titel
A 63 F
Designer
Entwurf
ca. 1929
Herstellung
zwischen 1929 und mind. 1938
Hersteller
Material / Technik
Buche, massiv gebogen, lackiert / Sperrholz, lackiert
Maße
89 x 60,5 x 57,3 cm
Inventarnummer
MBG-1054
Kategorie
Schlagwörter
Creditline
Vitra Design Museum
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