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ohne Titel / Stuhl aus der Serie „Moderne Holzmöbel mit Rohrgeflecht“
Wilhelm Schmidt
Der Armlehnstuhl gehört zur Gruppe der sogenannten „Modernen Holzmöbel mit Rohrgeflecht“, die um 1902 von Architekten und Künstlern der Wiener Moderne entworfen wurden und von der Prag-Rudniker Korbfabrikation unter dieser Bezeichnung gefertigt und vermarktet wurden. Zu den Entwerfern gehörten der Maler und Kunstgewerbler Koloman Moser, Professor an der Wiener Kunstgewerbeschule, sowie die Architekten Hans Vollmer, Josef Zotti und Wilhelm Schmidt, von dem das hier gezeigte Modell stammt.
Dessen tragende Konstruktion wurde aus Rüster, dem Holz der Feldulme, gefertigt. Sitzflächen und Rückenlehnen bestehen aus Rohrgeflecht, das auch bei den Bugholzstühlen Verwendung fand. Was die Form des Sitzmöbels betrifft, so sind die vier Beine aus Rüster so weit hoch gezogen, dass sie den oberen Abschluss der Armlehnen und der Rückenlehne tragen, der durch drei horizontal liegende Stäbe gebildet wird. In diese Rahmenkonstruktion sind Felder mit Rohrgeflecht eingesetzt, die die Sitzfläche sowie Seiten- und Rückenteile bilden. Das Modell verfügt darüber hinaus über vier die Stuhlbeine verbindende Streben für eine bessere Quersteifigkeit.
Gemeinsam mit anderen von Architekten gestalteten Möbeln der Prag-Rudniker Korbfabrikation stellt der Armlehnstuhl ein frühes Beispiel für das funktionale Möbeldesign der Wiener Moderne dar.
Text: Eva B. Ottillinger
Titel
ohne Titel / Stuhl aus der Serie „Moderne Holzmöbel mit Rohrgeflecht“
Designer
Entwurf
ca. 1902
Herstellung
nach 1903
Hersteller
Material / Technik
Rüster / Rohrgeflecht
Maße
73,5 x 54,5 x 44,0 cm
Inventarnummer
MAT-1022
Kategorie
Schlagwörter
Creditline
Vitra Design Museum
