Skip to main content
Zurück zur Suche

H-80

Jindřich Halabala
Als Jindřich Halabala 1930 zum Leiter des Entwurfsateliers des damals tschechoslowakischen Herstellers Spojené uměleckoprůmyslové závody (Vereinigte Kunstgewerbe-Betriebe) befördert wurde, nahm er umgehend die Herstellung von Stahlrohrmöbeln in Angriff. Neben einigen Modellen, die von Marcel Breuers Stühlen abgeleitet waren, gingen ab 1931 auch Halabalas eigene Entwürfe in Produktion. Obwohl zwischen 1925 und 1930 zahlreiche Varianten von Stahlrohrstühlen gestaltet worden waren, gelang ihm eine eigene, originäre Entwurfsleistung: Er entwickelte aus einer Rohrlinie gebildete, „vorderbeinlose“ Stühle mit Armlehnen wie den Sessel H-80. Die geschlossene Rohrlinie des H-80 verläuft entlang des gesamten Stuhlumrisses, was die Verwendung einer Eisengarnbespannung für Sitz und Rückenlehne ermöglicht. Das Gesamtbild des Stuhls erinnert an manche frühen Modelle von Marcel Breuer: Mit seiner klaren Linie wirkt der H-80 transparent, schlicht und elegant. Da die komplizierten Stahlrohrformen dieser Modelle aufwändig zu produzieren waren, wurde dieses Prinzip nur sehr selten angewandt. Bei hinterbeinlosen Stühlen war die schräge, diagonale Verbindung zwischen den Kufen und dem Sitz oder den Armlehnen hingegen üblicher. Halabala jedoch blieb dem vorderbeinlosen Konstruktionsprinzip noch eine Weile treu: Bevor er zu Holzmöbeln zurückkehrte, entwarf er zu Beginn der 1930er Jahre noch einige Sessel ohne Vorderbeine, die allerdings nicht über die konsequente Eleganz des H-80 verfügen. Text: Otakar Máčel
Titel
H-80
Designer
Entwurf
1930
Herstellung
zwischen 1931 und ca. 1937
Hersteller
Material / Technik
Stahlrohr, verchromt / Bespannung: Eisengarnstoff / Holz, lackiert
Maße
88,5 x 52,7 x 69 cm; Rohrdurchmesser: 25 mm
Inventarnummer
MST-1146
Kategorie
Schlagwörter
Creditline
Vitra Design Museum