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Bopparder Stuhl 2. Version
Michael Thonet
Die sogenannten Boparder Stühle gehört zu den frühesten Entwürfen von Michael Thonet und ist ein Zeugnis seiner neuartigen Möbelherstellungstechnik. Der Tischlermeister hatte in den 1830er Jahren in Boppard am Rhein begonnen, mit dem Biegen von Holz zu experimentieren und entwickelte schließlich die Schichtverleimtechnik. Dazu leimte er Furniere in Bündeln übereinander und schnitt diese Bündel in der Faserrichtung des Holzes in Streifen. Diese verleimten Furnierstreifen wurden in feuchtem Zustand in eine Form hinein gebogen, in der man sie trocknen ließ.
Mit dieser Technik konnte Michael Thonet Sitzmöbel leichter, schneller und billiger herstellen, als dies in der traditionellen Schreinertechnik mit furniertem Blindholz möglich gewesen wäre. Er begann Kleinserien von Möbeln herzustellen. In der 1896 erschienenen Denkschrift zum 100. Geburtstag von Michael Thonet sind Stühle, Armsessel sowie ein Kanapee und ein Bett aus der Bopparder Werkstatt zu sehen.
Michael Thonet präsentierte seine Erzeugnisse 1841 bei der Gewerbeausstellung in Koblenz, wo der österreichische Staatskanzler Clemens Fürst von Metternich auf ihn aufmerksam wurde und ihn einlud, nach Wien zu übersiedeln. Da sich Thonet für die Patenteinreichung hoch verschuldet hatte und in Boppard am Rhein vor dem Konkurs stand, nahm er die Einladung an und siedelte 1842 mit seiner Familie nach Wien über, wo er in der darauffolgenden Dekade zum Pionier der Serienproduktion von Möbeln wurde.
Text: Eva B. Ottillinger
Titel
Bopparder Stuhl 2. Version
Designer
Entwurf
ca. 1841
Herstellung
ca. 1841
Hersteller
Material / Technik
Holz, schichtverleimt gebogen, furniert und poliert / Massivholz, furniert und poliert / Stoffbezug
Maße
92,4 x 41,5 x 48 cm
Inventarnummer
MBG-1060
Kategorie
Schlagwörter
Creditline
Vitra Design Museum
