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Eternit-Sitz / Strandstuhl, Gartensessel
Willy Guhl
Für diesen Gartensessel von Willy Guhl wurde eine vorgefertigte, frisch gepresste Tafel aus noch feuchtem asbesthaltigem Faserzement zu einem konkav-konvexen Band gebogen und an den schmalen Enden zusammengefügt. Bekannt wurde der Sessel 1959 durch die große schweizerische Gartenbauausstellung G59, die den Heimatstil überwand und in landschaftsgestalterischer Hinsicht neue Maßstäbe setzte. Guhls Entwurf wurde zum Sinnbild für das Ende der Nachkriegszeit und den Eintritt in ein neues, beschwingtes Zeitalter. Die gewölbte Bodenfläche des anatomisch geformten Sessels ermöglichte je nach Schwerpunktverlagerung einen anderen Neigungswinkel und damit entspanntes Sitzen oder leichtes Schaukeln. Nachdem in den 1970er Jahren die Schädlichkeit von Asbestfasern erkannt worden war, wurde dieses Material 1990 in der Schweiz und bis 2005 EU-weit verboten. Da asbestfreier Faserzement andere statische Eigenschaften aufweist, entwickelte Guhl 1997 zusammen mit der Firma Eternit eine Reedition des Modells, bei der in der Rückenpartie und an der Unterseite des Sessels zur Versteifung zwei Rippen eingepasst wurden, um die erforderliche Tragfähigkeit zu gewährleisten.
Text: Claude Lichtenstein
Titel
Eternit-Sitz / Strandstuhl, Gartensessel
Designer
Entwurf
1954
Herstellung
zwischen 1954 und 1980
Hersteller
Material / Technik
Asbestzement (Eternit)
Maße
54,5 x 54,5 x 76,5 cm
Inventarnummer
MCH-1006
Kategorie
Schlagwörter
Creditline
Vitra Design Museum
Zugehörige Objekte (1)

