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60 / Hocker 60

Alvar Aalto
Drei Holzbeine, auf die eine Sitzfläche montiert ist – ein reduzierteres Sitzmöbel als Alvar Aaltos Hocker 60 ist kaum vorstellbar. Zwar existiert auch eine vierbeinige Version, doch reichen drei Beine aus, um ein stabiles und platzsparend zu stapelndes Möbelstück zu erhalten. Es ist vor allem ein Detail, das den Hocker auszeichnet: die Biegung des oberen Endes der Beine im rechten Winkel, die deren stabile Verschraubung mit der Sitzfläche ermöglicht. Für das eigens dafür entwickelte, patentierte Biegeverfahren werden die länglichen Stücke aus massivem Birkenholz am oberen Ende mit parallel verlaufenden Schlitzen versehen und mittels Wasser und Hitze weich gemacht. Dann werden in die Schlitze dünne, in Leim getauchte Holzplättchen geschoben. Auf diese Weise bearbeitet, lässt sich das Holzstück im 90-Grad-Winkel biegen, ohne zu brechen. Aaltos Vorstellung von flexibler Standardisierung entsprechend, kam das gebogene Bein auch bei anderen Möbeltypen, etwa Tischen, zum Einsatz. Die Sitzfläche gab es auch gepolstert oder mit verschiedenfarbigen Linoleumoberflächen. Der Öffentlichkeit wurde der Hocker erstmals bei einer kleinen Ausstellung von Aaltos Möbeln im Warenhaus Fortnum & Mason in London 1933 präsentiert. Im Jahr 1934 wurden bereits 2000 Exemplare des Hockers allein nach England exportiert, bis heute wurden rund acht Millionen Stück hergestellt. Der Erfolg des Entwurfs zeigt sich nicht zuletzt daran, dass Ikea mit dem Hocker Frosta ein nahezu identisch aussehendes Modell mit Beinen aus Schichtholz anbietet. Text: Jochen Eisenbrand
Titel
60 / Hocker 60
Designer
Entwurf
1933
Herstellung
zwischen 1933 und 1939
Hersteller
Material / Technik
Birke, massiv und schichtverleimt gebogen
Maße
44 x 38,5 x 38,5 cm
Inventarnummer
MSK-1006-03
Kategorie
Schlagwörter
Creditline
Vitra Design Museum