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Nr. 670 / Sitzmaschine

Josef Hoffmann
Die sogenannte Sitzmaschine resultiert aus der Auseinandersetzung Josef Hoffmanns mit der englischen Reformbewegung Arts and Crafts. Unter deren Eindruck hatte der Architekt gemeinsam mit Koloman Moser und dem Industriellen Fritz Waerndorfer 1903 die Wiener Werkstätte gegründet. Im Kleinen Landhaus, Hofmanns Ausstellung auf der Wiener Kunstschau 1908, war die Sitzmaschine erstmals zu sehen. Dass die „Durchdringung des ganzen Lebens mit künstlerischen Absichten“ nicht nur einer begüterten Klientel vorbehalten sein sollte, versuchte Hoffmann mit seiner Ausstellung zu zeigen. Beispielsweise reduzierte er Kosten durch die Ausstattung mit industriell gefertigten Bugholzmöbeln, zu denen auch das Modell Nr. 670 zählte. Es geht zurück auf den Typus des „Morris Fauteuil“, eines Sessels mit verstellbarer Rückenlehne, der ab 1866 von Morris & Co. produziert wurde. Gemeinsam mit J. & J. Kohn schuf Josef Hoffmann schließlich eine eigene Version. Neue Biegetechniken, die eine fast rechtwinklige Linienführung erlaubten, kamen dabei dem geometrischen Formwillen des Architekten entgegen. Die Kugeln dienen der Stabilisierung beziehungsweise ermöglichen das Verstellen der Lehne mithilfe eines Messingstabs. Hoffmanns Landhaus wurde in der zeitgenössischen Fachliteratur ausführlich dokumentiert und seinen Bugholzmöbeln das höchste Niveau an Geschmack und Eleganz bescheinigt. Die durchdachte Konstruktion, ihre Formschönheit und Funktionalität ließ die Sitzmaschine zu einer Ikone der klassischen Moderne werden. Text: Anne-Katrin Rossberg
Titel
Nr. 670 / Sitzmaschine
Designer
Entwurf
1905
Herstellung
zwischen 1906 und 1922
Hersteller
Material / Technik
Buche, gebogen und gedrechselt, braun gebeizt / Sperrholz, braun gebeizt / Messing
Maße
105,5 - 80,5 x 80,5 x 88,9 cm - 122 cm
Inventarnummer
MBG-1002
Kategorie
Schlagwörter
Creditline
Vitra Design Museum