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Nr. 3107 / Siebener, Nr. 7

Arne Jacobsen
Vier Jahre nachdem Arne Jacobsen den berühmten, Ameise genannten Stuhl geschaffen hatte, entwarf er 1955 einen weiteren Stuhl aus Formsperrholz für Fritz Hansen, Nr. 3107, auch Siebener genannt. Der Siebener hat eine charakteristische, aber weniger eigenwillige Silhouette als die Ameise. Damit entspricht er eher dem Massengeschmack und eignet sich sowohl für Privathäuser als auch für öffentliche Gebäude. Seine Sitzschale ist etwas größer und die etwas breitere und höhere Rückenlehne kann bei seitlichem Sitzen auch als Armlehne dienen. Er ist stapelbar und für den Aufbau von Stuhlreihen sind zusätzliche Verbindungselemente erhältlich. Die Sitzschale weist keine formale Verbindung zum Untergestell auf, und durch die schlanken, spiegelnden Stuhlbeine entsteht der Eindruck, als schwebe die Schale wie eine Skulptur im Raum. Skulpturale Eigenschaften ergeben sich auch aus den verwendeten Materialien. So wird die schmale Taillierung durch die dreidimensionale Verformung des Sperrholzes erforderlich. Materialbedingt ist auch die leichte Elastizität der Sitzschale, die durch Gummimuffen zwischen Schale und Rahmen noch verstärkt wird. In der innovativen Verwendung des Sperrholzes orientierte sich Jacobsen an Stühlen von Charles und Ray Eames, die er in den USA gesehen hatte. Der Siebener, das erfolgreichste von Jacobsens Stuhlmodellen, zählt zu den am häufigsten – seit 1955 in mehr als 7 Millionen Exemplaren – verkauften Designerstühlen überhaupt. Von keinem anderen Stuhl werden weltweit mehr Plagiate gefertigt. Text: Carsten Thau / Kjeld Vindum
Titel
Nr. 3107 / Siebener, Nr. 7
Designer
Entwurf
1955
Herstellung
1966
Hersteller
Material / Technik
Formsperrholz, schwarz lackiert / Stahlrohr, verchromt / Gummi / Füße: Kunststoff
Maße
77,0 x 51,0 x 52,3 cm
Inventarnummer
MSK-1002
Kategorie
Schlagwörter
Creditline
Vitra Design Museum