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Nr. 4

Michael Thonet
Der Stuhl Nr. 4 gehört zu den ersten Modellen, die Michael Thonet in seiner 1849 eingerichteten Werkstatt in Wien-Gumpendorf entwickelt hat. Die Grundform des Sitzmöbels, bei dem die Hinterbeine und der Rahmen der Rückenlehne aus einem Bugholzelement gebildet sind, geht auf jene Laufsessel zurück, die Michael Thonet 1843 bis 1848 für das Stadtpalais Liechtenstein ausgeführt hat. Während Thonet zunächst Laufsessel, also leichte Beistellstühle, für Wiener Adelspalais lieferte, fand der Stuhl Nr. 4 im Café Daum Verwendung, das bereits zur Biedermeier-Zeit in der Wiener Innenstadt eingerichtet worden war. Das Modell Nr. 4 war der erste Kaffeehausstuhl aus gebogenem Holz und wurde zum Vorbild für die typische Wiener Kaffeehauseinrichtung der Ringstraßen-Zeit. Die Entwicklung des Stuhles Nr. 4 illustriert auch die Weiterentwicklung der Biegetechnik durch Michael Thonet. Um 1850 wurde der Stuhl zunächst aus gebogenem Schichtholz gefertigt. Nach der Entwicklung des 1856 patentierten Massivbiegeverfahrens wurde das Modell in Kleinserie aus massiv gebogenem Buchenholz hergestellt. Bei der Serienproduktion in den Thonet-Fabriken kam zur besseren Statik schließlich ein Fußring hinzu. Text: Eva B. Ottillinger
Titel
Nr. 4
Designer
Entwurf
ca. 1849/50
Herstellung
zwischen 1883 und 1911
Hersteller
Material / Technik
Buche, gebogen, gebeizt und lackiert / Rohrgeflecht
Maße
90,5 x 43,7 x 56,2 cm
Inventarnummer
MBG-1007
Kategorie
Schlagwörter
Creditline
Vitra Design Museum