Skip to main content
Zurück zur Suche

Nr. 1

Michael Thonet
Der Stuhl Nr. 1 gehört zu den ersten Modellen, die Michael Thonet in seiner 1849 in Wien eingerichteten Werkstatt entwickelt hat. Hinterbeine und Rückenlehne sind aus nur einem Bugholzelement gebildet, in das als Rückenlehnenmotiv eine Schlaufe aus einem dünneren Bugholzelement eingefügt ist. Die Gesamtform des Stuhls geht auf die sogenannten „Laufsessel“ zurück. Das waren leichte Beistellstühle, die Thonet als Subunternehmer des Wiener Möbelfabrikanten Carl Leistler zuvor für das im Neorokoko neu ausgestattete Stadtpalais Liechtenstein geliefert hatte. Die Hinterbeine und das Schlingmotiv der Rückenlehne wurden beim Laufsessel jedoch aus einem einzigen Stabelement gebildet, und nicht wie beim Stuhl Nr. 1 in den Rückenlehnenbogen eingefügt – hierfür wandte sich Thonet wieder der älteren Schichtverleimtechnik zu, die er bereits im deutschen Boppard entwickelt hatte. Zu den ersten Auftraggebern gehörte der Fürst von Schwarzenberg, der für sein barockes Gartenpalais, wohl angeregt durch die Laufsessel im Palais Liechtenstein, das Stuhlmodell Nr. 1 wählte. Text: Eva B. Ottillinger
Titel
Nr. 1
Designer
Entwurf
ca. 1849
Herstellung
nach 1849/50
Hersteller
Material / Technik
Buche, schichtverleimt gebogen, gebeizt und poliert / Rohrgeflecht
Maße
95,6 x 42,5 x 44,5 cm
Inventarnummer
MBG-1012
Kategorie
Schlagwörter
Creditline
Vitra Design Museum