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Nr. 14 / Consumsessel, 14er
Michael Thonet
Auf dem ersten, 1859 aufgelegten Katalogblatt der Firma Thonet wurden 14 verschiedene Stühle angeboten, die sich im Wesentlichen in der Gestaltung ihrer Rückenlehne unterschieden. Stuhl Nr. 14 war das einfachste Modell. Seine Hinterbeine und die Rückenlehne sind aus einem Bugholzstück gefertigt, an das ein kurzes, halbrund gebogenes Bugholzstück angefügt ist. Die übrigen Einzelteile sind der Sitzrahmen mit geflochtener Sitzfläche sowie die beiden Vorderbeine, die in diesen eingeschraubt werden.
Thonets Idee, Stuhl-Serienmodelle aus standardisierten Einzelteilen zu fertigen, die erst beim Verkäufer endmontiert werden, fixe Modellnummern oder auch die Kennzeichnung jedes Stücks mit der Herstellerbezeichnung, zielten letztlich auf die Eroberung des Weltmarkts und waren Teil einer umfassenden Strategie. Insbesondere für Schiffstransporte, bei denen die Bugholzmöbel dem feuchten Klima des Laderaums ausgesetzt waren, erwiesen sich Halbfertigprodukte, die erst vor Ort zusammengeschraubt wurden, als vorteilhaft. Zudem war für den Transport weniger Laderaum nötig. So passten in einen Kubikmeter die Einzelteile von 36 Thonet-Stühlen des Modells Nr. 14.
Der Stuhl Nr. 14 war stets das preisgünstigste und das meistproduzierte Stuhlmodell im gesamten Thonet-Angebot und wurde daher als „billige Consumsorte“ bezeichnet. Bei seiner Markteinführung kostete das Modell nur drei Gulden, was dem damaligen Preis von etwa drei Dutzend Eiern entsprach. Von etwa 1859 bis 1930 wurden weltweit 50 Millionen Stück verkauft.
Text: Eva B. Ottillinger
Titel
Nr. 14 / Consumsessel, 14er
Designer
Entwurf
ca. 1855–1859
Herstellung
ca. 1870–1880
Hersteller
Material / Technik
Buche, gebogen, gebeizt und poliert / Rohrgeflecht
Maße
92,6 x 42 x 47 cm
Inventarnummer
MBG-1001-3
Kategorie
Schlagwörter
Creditline
Vitra Design Museum




