Zurück zur Suche
ohne Titel / Café Museum Stuhl
Adolf Loos
Stühle aus gebogenem Holz gehörten in Wien im ausgehenden 19. Jahrhundert zur typischen Einrichtung von Kaffeehäusern. Als Loos 1899 daranging, das am Wiener Karlsplatz gegenüber der Secession gelegene Café Museum zu gestalten, hatte er die traditionellen Wiener Cafés der Ringstraßen-Zeit vor Augen. Ganz im Sinne der theoretischen Überlegungen des Architekten ist der von Loos für das Kaffeehaus entwickelte und von J. & J. Kohn ausgeführte Stuhl – es ist das erste von einem Architekten entworfene Bugholzmodell – eine Optimierung bereits vorhandener Modelle. Als unmittelbare Anregungsquellen dienten die Kohn-Modelle Nr. 30 und Nr. 55, bei denen, im Unterschied zum berühmten Vorläufer, dem Thonet-Stuhl Nr. 14, die beiden Hinterbeine und der innere Rückenlehnenbogen aus einem einzigen Bugholzstab gebildet werden, während der äußere Rückenlehnenbogen seitlich am Sitzrahmen endet. Die geschweiften Rückenlehnenbögen finden sich wiederum beim Kohn-Modell Nr. 248. Während die Bugholzstäbe üblicherweise einen runden Querschnitt hatten, verfügen die ursprünglich in einem Rotton gebeizten Stühle für das Café Museum außerdem über elliptische Querschnitte. Dadurch gewinnt das Sitzmöbel an Leichtigkeit, ohne an Stabilität zu verlieren.
Text: Eva B. Ottillinger
Titel
ohne Titel / Café Museum Stuhl
Designer
Entwurf
1899
Herstellung
nach 1899
Hersteller
Material / Technik
Buche, gebogen, braun gebeizt und poliert / Rohrgeflecht
Maße
88,8 x 44,2 x 50,5 cm
Inventarnummer
MBG-1011
Kategorie
Schlagwörter
Creditline
Vitra Design Museum
Zugehörige Highlights (1)




