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No. 9-1 / GJ Stuhl

Grete Jalk
Nachdem die dänische Tischlerin und Gestalterin Grete Jalk 1956 eine langfristige Kooperation mit dem Hersteller Poul Jeppesen einging, erkundete sie unter anderem auch das Potenzial von Schichtholz. Ihre ersten Versuchsmodelle waren der Sessel No. 9-1 und ein Set von Satztischen, No. 5-2. Jalk verwarf die üblichen konstruktiven Merkmale eines Stuhls wie die Unterscheidung zwischen Beinen und stützenden Elementen, indem sie den Stuhl auf zwei Schalen reduzierte, die an der Stelle am Boden, wo sie überlappen, zusammengenietet sind. Die engen Biegungen, die die Schalen versteifen und die Übergänge zwischen den Flächen bilden, basieren jeweils auf einem Radius von 15 Millimetern; das reduzierte die Kosten für die maschinelle Ausrüstung und vereinfachte die Herstellung. Die üppigen Falten, die die seitlichen Ränder des Sitzes und der Rückenlehne formen, verdoppeln gewissermaßen die Struktur und sorgen für die Bequemlichkeit und die Stabilität des Stuhls. An den Verbindungsstellen zwischen den Schalen entfernte Jalk überschüssiges Material, um die Unabhängigkeit ihrer Formen zu betonen. Das Ergebnis ist eine klare Struktur, die sowohl den Charakter des Materials als auch Jalks „humanen“ Einsatz von Technik zum Ausdruck bringt. 1963 produzierte Poul Jeppesen das Modell in einer Startauflage von 300 Stühlen. Doch aufgrund der hohen Investitionskosten für Metallformen und technische Ausstattung waren die Stühle sehr teuer und somit schwer verkäuflich; Jeppesen sah von weiterer Herstellung ab. Erst 2008 erwarb Lange Production die Rechte, und nahm die Produktion unter Verwendung neuer Herstellungstechniken wieder auf. Text: Michael A. Sheridan
Titel
No. 9-1 / GJ Stuhl
Designer
Entwurf
frühe 1960er Jahre
Herstellung
1963
Hersteller
Material / Technik
Buche, schichtverleimt mit Deckfurnier in Teak
Maße
74,5 x 63,0 x 68,5 cm
Inventarnummer
MSK-1004
Kategorie
Schlagwörter
Creditline
Vitra Design Museum